Sonntag, März 1, 2026
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KTM TPI Verkokung: Düsen reinigen & Probleme lösen

Dein Bike röchelt und stottert? Das ist der Klassiker

Du startest deine KTM 300 TPI, Husqvarna TE 300i oder GasGas EC 300 kalt, sie läuft im Standgas wie ein nasser Hund, raucht blau und geht vielleicht sogar aus. Oder sie spuckt, stottert und hat spürbaren Leistungsverlust im unteren Drehzahlbereich, bis sie richtig warm ist. Der Frust ist groß, denn eigentlich soll die elektronische Einspritzung (EFI) doch den perfekten Mix liefern. Die Diagnose ist oft simpel: Eine klassische KTM TPI Verkokung der Einspritzdüsen. Ein Problem, das fast jedes dieser Bikes irgendwann bekommt – aber eines, das du mit etwas Know-how in den Griff kriegst.

Warum verkokt die TPI-Düse überhaupt?

Das System ist clever, hat aber eine Schwachstelle. Bei Kaltstarts und im Leerlauf spritzt die TPI sehr fetten Kraftstoff ein, um den Motor anzureichern und warmzubekommen. Dieser fette Sprit trifft auf eine heiße Düse, die vom vorherigen Fahren noch glüht. Das führt zu unvollständiger Verbrennung direkt an der Düsenspitze. Übrig bleibt eine harte, kohlenstoffartige Ablagerung – die Verkokung. Mit der Zeit verändert diese Ablagerung den Sprühkegel, der Treibstoff wird nicht mehr fein zerstäubt, und die Verbrennung wird schlecht. Das Ansprechverhalten deines MX-Fahrwerks leidet indirekt mit, weil die Kraftentfaltung unsauber wird.

Die Lösung: Reinigen, nicht ersetzen (meistens)

Bevor du neue Düsen für viel Geld bestellst, probier es mit einer Reinigung. Du brauchst: Einspritzdüsen-Reiniger (z.B. von Liqui Moly oder Würth), ein Ultraschallreiniger-Gerät (gibt’s günstig) und Geduld.

  • Düsen ausbauen: Vorsichtig die beiden Einspritzdüsen aus den Überströmkanälen am Zylinder lösen. Achte auf die O-Ringe!
  • Einweichen: Leg die Düsen für mehrere Stunden, besser über Nacht, in den speziellen Reiniger.
  • Ultraschall-Bad: Danach kommen sie für 10-15 Minuten in den Ultraschallreiniger, gefüllt mit dem Reiniger. Das löst die hartnäckigsten Reste.
  • Spülen und Trocknen: Spüle die Düsen gründlich mit Bremsenreiniger ab und lass sie an der Luft trocknen. Auf keinen Fall mit Druckluft oder einem Werkzeug in die feine Öffnung gehen!
  • Wieder einbauen: Neue O-Ringe verwenden und alles wieder festschrauben.

So beugst du der Verkokung vor

Reinigen ist die Reparatur. Besser ist, das Problem gar nicht erst so schlimm werden zu lassen.

  • Warmfahren, nicht Warmlaufenlassen! Das ist der wichtigste Tipp. Starte den Motor und fahre ihn sofort sanft los. Unter Last erwärmt er sich gleichmäßig und die Verbrennung ist sauberer. Im Stand laufen lassen ist Gift für die Düsen.
  • Qualität beim Sprit: Verwende frischen, hochwertigen Kraftstoff. Altbenzin neigt stärker zur Verkokung.
  • Das richtige Öl: Ein hochwertiges 2-Takt-Motorenöl mit guter Verbrennungseigenschaft ist entscheidend. Schmieröl-Rückstände fördern die Ablagerungen.
  • Regelmäßige „Italiener“: Ein gelegentlicher kräftiger Ausritt im oberen Drehzahlbereich kann durch die hohen Temperaturen und den starken Durchfluss leichte Ablagerungen wegspülen.

MXGlory-Kodex: Schrauben ist Teil des Sports

Eine verkokte Düse ist kein Weltuntergang und kein Zeichen von Schwäche der Maschine. Es ist ein Wartungspunkt, den du meistern kannst. Das Verständnis dafür, wie dein Bike funktioniert, macht dich nicht nur zum besseren Mechaniker, sondern auch zum besseren Fahrer. Du lernst, auf feine Veränderungen im Fahrverhalten zu achten – und das hilft dir auch auf der Strecke.

Fazit: Saubere Düse, saubere Leistung

Wenn deine 300 TPI wieder sauber anspringt, linear aus dem Leerlauf beschleunigt und nicht mehr stinkt, weißt du: Die Arbeit hat sich gelohnt. Nimm dir die Zeit für die Wartung, dann gibt dir die Einspritzung die Zuverlässigkeit und das knackige Ansprechverhalten zurück, für das du sie liebst. Jetzt ab in die Garage, dann auf die nächste Single Trail.

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